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Die neuen europäischen Gesetze ruinieren die Fischer

Seit mehr als einem Monat liegt der grösste Teil der Fischerboote (die mit Schleppnetzen fangen) im Hafen und für die Fischer bedeutet dies schlicht und einfach Hunger.

Ab 1.Juni für zwei Wochen protestierten die Fischer im Hafen, nachdem sie sich gegen die neue Fischerei-Regelung, das Gesetz 1967/2006, entschieden gewehrt hatten. Am Schluss mussten sie sich anpassen.

Beginnen wir jedoch von vorne und nennen wir die Dinge mit ihrem Namen. Nachdem die Europäische Kommission die Situation in den Fischgebieten geprüft hatte wurde am 21.12.2006 die neue Regelung 1967/2006 verabschiedet, die die Massnahmen zu einer verantwortlichen Fischerei im Mittelmeer festlegt. Dabei wurden Mindestgrössen für die zu fangenden Fische bestimmt, deshalb dürfen demnach keine zu engmaschigen Netze mehr verwendet werden, d.h. Schleppnetze müssen ihre Maschen um mindestens 10 mm breiter machen und Harpunen-Netze um 20 mm. Ausserdem darf nicht mehr innerhalb von 3 Meilen vor der Küste gefischt werden. Termin war der 1.Juni 2010, es lagen also 3 Jahre und sechs Monate dazwischen.

Warum diese neue Regelung von den Adria-Fischern nicht akzeptiert wird ist klar: wenn mit 40 mm breiten Schleppnetzmaschen gefischt wird gibt es ein anderes Fangergebnis als mit 20 mm oder noch engeren Netzmaschen. Es geht im Prinzip darum, dass die Europäische Kommission die verschiedenen europäischen Küsten berücksichtigen muss. Man kann nicht alle über den gleichen Kamm scheren, denn jedes Küstengebiet braucht eine spezifische Regelung, die die Fauna nicht ausrottet, aber auch nicht die Fischer…

Die Fischer von Caorle, Chioggia und Pila haben in Venedig gegen Brüssel, aber auch gegen den italienischen Landwirtschaftsminister Galan und den Präsidenten der Region Veneto Zaia protestiert.

Es scheint, dass jedoch alles umsonst war, auch der Eingriff des Bürgermeisters von Caorle blieb ohne Erfolg. Der Kampf geht weiter.

Auch ein verlängerter Stillstand der Fischerei scheint keinen Erfolg zu bringen, deshalb geht die Streiterei weiter und die Leute sind aufgebracht. Denn hier geht es nicht nur um den Verlust der Arbeit, nein, hier ist die Essenz von Caorle vor dem Untergang, eine Kultur die vom Vater auf den Sohn jahrhundertelang übertragen wurde: die Fischerei!

Mit der Anwendung der neuen Regelung sinkt das Fischereiprodukt um 90%. Nach drei Wochen Protest fischen die Schiffe mit den zugelassenen Netzen und das Ergebnis ist effektiv ein totales Desaster: kaum Fische und Zusammenbruch des Fischmarkts. Diese Situation dauert sicher bis zum Fischereistillstand im August, dann sieht man weiter.

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